Azoren

Azoren – Ausflug von der Insel Pico auf die Insel Faial

 

Von der Insel Pico aus unternehmen wir einen Tagesausflug auf die Nachbarinsel Faial. Das Fährticket für uns und unseren Mietwagen haben wir am Vortag schon organisiert – da auf der Fähre nur acht bis zehn Autos Platz haben, lohnt sich eine Reservation. Und rückwärts mit dem Auto auf die schwankende Fähre zu fahren, erweist sich als einfacher als befürchtet!

Um 8.15 Uhr fährt die Fähre im Hafen von Madalena los, um nur 25 Minuten später im Hafen von Horta auf der Insel Faial anzulegen. Dazwischen bietet sich eine wunderbare Sicht auf Pico mit dem gleichnamigen Berg.

In Horta angekommen, geht die Fahrt direkt hinauf zum Kraterrand des Vulkans, der Caldeira, in der Inselmitte. Die Sicht hinunter auf den Grund des Vulkankraters ist beeindruckend – hinunter wandern darf man nur in Begleitung eines lokalen Führers. Die Wanderung um die Caldeira ist aber auch sehr reizvoll.

Der Küste entlang fahren wir im Gegenuhrzeigersinn um die Insel herum. Am Strand von Fāja lohnt sich ein Halt, auch wenn man hier wegen der starken Unterströmungen nicht baden kann. Aber die steil abfallende Küste und die mächtigen Wellen sind sehr beeindruckend, und im Sommer gibt es hier auch eine Strandbar.

Im Westen der Insel Faial ist 1957 ein untermeerischer Vulkan ausgebrochen, der Vulcão dos Capelin-hos, und hat neues Land geschaffen. Im dazugehörigen Visitor Center lohnt sich ein Stopp, denn dort wird das Naturphänomen eindrücklich erklärt. Der Ausbruch war so schlimm, dass der damalige US-Senator John F. Kennedy die Visumsbestimmungen für Azoreaner gelockert hat, so dass die betroffene Bevölkerung die Insel einfacher verlassen und in die USA, ein klassisches Auswandererland der Azoren, auswandern konnte.

In der Hauptstadt von Faial, in Horta, lohnt sich ein Abstecher an den Hafen. Horta ist ein beliebter Hafen für Transatlantik-Segler – und diejenigen, die hier ankern, verewigen sich auf der Hafenmauer. Es geht die Legende, dass man ein Unglück auf See heraufbeschwört, wenn man dies nicht tut – also malen alle Segler fleissig drauflos! Abends treffen sie sich im Peter Café Sport, einer Institution in Horta. Hier haben unzählige Schiffsbesatzungen ihre Wimpel hinterlassen, die nun das Café schmücken.

Horta war im letzten Jahrhundert der Knotenpunkt der Seekabel, die Europa mit dem amerikanischen Kontinent verbanden. Auch heute noch kann man auf den Spuren der ehemaligen Kommunikationstechniker wandeln und einiges über die damalige Kommunikation lernen.

Abends geht es mit der letzten Fähre ab Horta wieder retour nach Madalena – auch dieses Mal wird wieder rückwärts auf der Fähre eingeparkt; aber darin haben wir ja jetzt schon Übung!